Der Zauberer von Oz 13

Der Zauberer von Oz

Am Sonntag, den 09. August 2015 um 10:00 Uhr im Naturfreundehaus Mörfelden-Walldorf Seminarraum 1. Etage

"Wenn Sie als individueller Investor mit einer Aktie auf Baisse spekulieren wollen, wird ihr bescheidenes Investment den Aktienpreis nicht sonderlich beeinflussen. Wenn aber eine Megabank auf Baisse spekulieren will, dann kann sie mit ihren Tochterunternehmen ein so großes Aktienpaket abstoßen, dass der Wert dieser Aktie fällt. Wenn diese Bank dann auch noch zu den glücklichen Institutionen gehört, die "zu groß sind, um Bankrott zu gehen", können ihre Manager ruhig schlafen - selbst wenn sie ihre Wette verlieren, da die FDIC und die Steuerzahler sie per Bailout von ihrer Verrücktheit befreien. Bei internationalen Krediten springt der internationale Währungsfonds ein. Sean Corrigan stellt das anschaulich dar: "Wenn Finanziers und Händler derartige Summen für völlig asymmetrische Risiken mit bloßem Phantomkapital bekommen - noch dazu für Risiken, die von Regierungsinstitutionen wie der Fed und FDIC getragen werden -, so dass selbst Krösus sich darüber beschwert hätte, dann ist das nicht gerade ein faires Kartenspiel."

Für jeden Gewinner in diesem Spiel mit Phantomkapital gibt es einen Verlierer. Die größten Verlierer sind dabei die Länder der Dritten Welt, die verführt wurden, ihre Finanzmärkte gegenüber Währungsmanipulationen zu öffnen. Daraufhin wurden sie zur Zielscheibe von massiven Spekulationsattacken, die ihre Währungen und Volkswirtschaften zerstören können - und das auch getan haben. Lincolns Wirtschaftsberater Henry Carey hatte gesagt, dass die Zwillingswaffe des britischen Empire zur Kolonisierung der Welt der "Goldstandard" und "Freihandel" war. Der Goldstandard ist inzwischen zum Petrodollar-Standard geworden. Aber das Spiel ist im Grunde immer noch das gleiche: Aufbrechen von fremden Märkten im Namen des "Freihandels", Kollaps der Währung dieser Länder und Total-Ausverkauf ihrer nationalen Vermögenswerte. Der erste Schritt in diesem Prozess besteht darin, das betreffende Land dazu zu bringen, Auslandskredite und Investitionen zu akzeptieren. Die Kreditgelder verschwinden dann meist irgendwo, aber das Darlehen muss zurückgezahlt werden. Treffend drückte das Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva aus: "Der Dritte Weltkrieg hat bereits begonnen.... Dieser Krieg zerstört Brasilien, Lateinamerika und praktisch die ganze Dritte Welt. Zwar sterben keine Soldaten, dafür aber Kinder. Es ist ein Krieg um die Schulden der Dritten Welt, ein Krieg, dessen Hauptwaffe der Zins ist, eine Waffe die tödlicher ist als die Atombombe, und vernichtender als ein Laserstrahl".

Einblicke in die Thematik vermitteln und die Diskussionsreihe leiten wird Ernst Knöß[1]. Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Eingeladen sind alle Menschen guten Willens, die einen anregenden Sonntagmorgen genießen wollen.

Auskünfte zum Thema und zur Veranstaltung erteilt: Ernst Knöß, Schubertstraße 9, 64546 Mörfelden-Walldorf. Tel.: 06105-26578, E-mail: ernst.knoess@googlemail.com; Besuchen Sie auch unsere Webseite: www.naturfreunde-moerfelden-walldorf.de  


[1] Ernst Knöß (Diplomvolkswirt) geb. 1950 studierte Gesellschaftswissenschaften in Berlin (Schwerpunkt Philosophie). Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main. Außerdem Studien in Kernchemie (TU-Darmstadt) und der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.

Diese Webseite verwendet Cookies, um ein optimales Nutzungserlebnis anzubieten. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden.Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.