Der Mythos vom Geld 7

Der Mythos vom Geld

Am Sonntag, den 1. Juni 2014 um 10:00 Uhr im Naturfreundehaus Mörfelden.
Seminarraum 1. Etage

"Die schwarze Utopie der totalen Konkurrenz. & Die unsichtbare Hand."

"Ganz selbstverständlich sollen die eigene Tatkraft, die Produktionsmittel und die Naturreichtümer eher brachliegen oder sogar zerstört werden, wenn sie nicht 'rentabel' für die abstrakte Gewinnproduktion vernutzt werden können. Das bauen von Häuser richtet sich dann nicht mehr nach dem Vorhandensein von Materialien, Fähigkeiten und Bedürfnissen. Wurde von den vorkapitalistischen Gesellschaften der soziale Raum der Produktion für den Bedarf meistens eher äußerlich durch Herren-Ansprüche angezapft (z. B. in Form von Tributen, abgaben, Frandiensten etc.), so propagiert Mandeville bereits das unheimliche einsickern dieses Anspruchs in die direkte persönliche Reproduktion, so daß der Zugriff der "Fremden Macht" auf das Leben lückenlos wird und es kein Gut mehr geben kann, das nicht durch ihre ökonomische Mühle gedreht worden ist. Die durch den Markt von der Kontrolle über ihre eigenen Produktionsbedingungen abgeschnittenen Menschen werden in ökonomisch querschnittsgelähmte und sozial autistische Wesen verwandelt, die nach einem 'Investor' schmachten müssen, damit sie 'Arbeit' haben.

Diese Absurdität ist der geheime Kern des gesamten Aufklärungsdenkens im 18. Jahrhundert. Im diesbezüglichen Teil seiner Argumentation geht Mandeville bereits über eine bloß moralische Legitimation hinaus. Daß das Leben der Massen nur noch als Abfallprodukt der kapitalistischen Profitproduktion geduldet ist, wird in ein 'Wohlfahrtsmoment' des Kapitals um gelogen; gleichzeitig deutet sich der Gedanke eines gesellschaftlichen 'Systems' an, in dem sich die trickreiche Dialektik von privaten Lastern und angeblichen öffentlichen Vorteilen in das Räderwerk einer (bei de Sade bereits angedeuteten) gesellschaftlichen Maschine verwandelt. Damit ergibt sich der nächste ökologische Winkelzug des Liberalismus, der die Verdichtung und Objektivierung der Marktwirtschaft begleitet."

Robert Kurz: "Schwarzbuch Kapitalismus, Ein Abgesang auf die Marktwirtschaft"; Erweiterte Neuausgabe März 2009; Eichborn Verlag AG Frankfurt am Main. S. 86.

Einblicke in die Thematik vermitteln und die Diskussionsreihe leiten wird Ernst Knöß[1]. Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Eingeladen sind alle Menschen guten Willens, die einen anregenden Sonntagmorgen genießen wollen.

Auskünfte zum Thema und zur Veranstaltung erteilt: Ernst Knöß, Schubertstraße 9, 64546 Mörfelden-Walldorf. Tel.: 06105-26578, E-mail: ernst.knoess@googlemail.com


[1] Ernst Knöß (Diplomvolkswirt) geb. 1950 studierte Gesellschaftswissenschaften in Berlin (Schwerpunkt Philosophie). Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main. Später Ausbildung zum Anlageberater und Tätigkeit in der privaten Wirtschaft. Heute zugelassen als selbstständiger Finanzdienstlei­ster für alle Sparten bei der IHK-Darmstadt (Registernummer: D – LFXZ 5 X8DP – 83). Außerdem Studien in Kernchemie (frühere TH-Darmstadt heute TU) und der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.

Diese Webseite verwendet Cookies, um ein optimales Nutzungserlebnis anzubieten. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden.Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.