Albert Einstein 37

Frühstücksrunde am Sonntagvormittag

Am Sonntag, den 10. Juni 2018 um 10:00 Uhr im Naturfreundehaus Mörfelden-Walldorf Seminarraum 1. Etage

Einem Korrespondenten in Maine (USA) antwortete Einstein am 30. September 1931.:

Die Theorie, dass Kriege ausschließlich oder in der Hauptsache von Kapitalisten gemacht werden, halte ich nicht für richtig. Ich halte das Problem der Beseitigung der schweren wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten für noch wichtiger als das pazifistische Problem. Ich bin aber überzeugt, dass wir die Lösung des letzteren nicht von der Lösung des ersteren abhängig machen dürfen, da bereits die heutigen Verhältnisse für die Schaffung einer Organisation reif sind, durch welche die Kriege abgeschafft werden.

Ich bin überzeugt, dass die Militär- und Kriegsdienstverweigerung ein Mittel ist, um die Staaten zum eingehen von Verpflichtungen für die gemeinsame Durchführung internationaler Schiedssprüche geneigt zu machen.

Und Mrs. Schwimmer, die ihn im Zusammenhang mit der Abrüstungskonferenz Vorschläge für Massenaktionen unterbreitete hatte, erhielt am gleichen Tag folgende Mitteilung von Einstein:

Ihre Vorschläge enthalten nach meiner Ansicht zu wenig Substantielles, insbesondere kann man nicht einfach kategorisch Abrüstung verlangen, ohne den bedrohten Staaten einen Weg zur Sicherung gegen Überfälle zu zeigen.

Einstein zog mit Bedauern die früher Mrs. Schwimmer gegebene Erlaubnis zurück, in seinen Papieren nach Antikriegsbekenntnissen zu suchen, die im Rahmen einer in Vorbereitung befindlichen Sammlung veröffentlicht werden sollten:

Nach reiflicher Überlegung bin ich von diesem Vorhaben abgekommen. Es kann der Sache nur schaden, wenn geringwertiges Zeug hinausposaunt wird, selbst wenn es von meinen Gnaden stammt….

Am 8. Oktober 1931 sandte er eine Botschaft an den deutschen Zweig der Internationale der Kriegsdienstverweigerer, den „Bund der Kriegsdienstgegner“:

In diesem Lande, in welchem die Ideologie der Gewalt und des Waffenhandwerkes leider im Volke, ja selbst in den meistgebildeten Schichten noch so fest sitzt, bedarf es ungewöhnlicher Selbstständigkeit und auch eines gewissen Mutes, um das zu vertreten, was für einen unverdorben denkenden und fühlenden Menschen eine Selbstverständlichkeit ist: Keine Instanz, auch nicht der Staat, hat das Recht vom Individuum Handlungen zu fordern, welche das von allen anerkannte Sittengesetz als verbrecherisch brandmarkt.

Technik und Wissenschaft gereichen dem Menschen zum Verderben, wenn die moralischen Kräfte verkümmert sind. Nur der starke und unbeugsame Wille zur Förderung internationaler Gerechtigkeit kann eine wirksame Grundlage für das Gelingen der Abrüstungsbestrebungen liefern.

Lasst uns stets daran denken, wie mächtige Bestrebungen, die der Menschheit zum Segen hätten gereichen können, durch Kompromisse verfault sind. Wenn wir trotzig und stark sind, werden wir die Besten für uns gewinnen und zuletzt die schwankende Menge.

Albert Einstein; Über den Frieden. Albert Einstein Archives, Hebrew University of Jerusalem, Israel. 2004 Abraham Melzer Verlag Neu-Isenburg. Sonderausgabe für Parkland Verlag Köln, 2004. S. 164, 165.

Le Monde Sonderbeilage Juli Sept. 2015 (Hors-Série)

 

Einblicke in die Thematik vermitteln und die Diskussionsreihe leiten wird Ernst Knöß[1]. Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Eingeladen sind alle Menschen guten Willens, die einen anregenden Sonntagmorgen genießen wollen.

Auskünfte zum Thema und zur Veranstaltung erteilt: Ernst Knöß, Schubertstraße 9, 64546 Mörfelden-Walldorf. Tel.: 06105-26578, E-mail: ernst.knoess@googlemail.com; Besuchen Sie auch unsere Webseite: www.naturfreunde-moerfelden-walldorf.de  


[1] Ernst Knöß (Diplomvolkswirt) geb. 1950 studierte Gesellschaftswissenschaften in Berlin (Schwerpunkt Philosophie). Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main. Außerdem Studien in Kernchemie (TU-Darmstadt) und der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.

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