Albert Einstein 31

Frühstücksrunde am Sonntagvormittag

Am Sonntag, den 4. Februar 2018 um 10:00 Uhr im Naturfreundehaus Mörfelden-Walldorf Seminarraum 1. Etage

Zum 20. Jahrestag der Hinrichtung von Sacco und Vanzetti (22. August 1947) schrieb Einstein eine Erklärung, die für die Weltbühne in Ostberlin, Nachfolgerin des gleichnamigen, bis 1933 von Carl von Ossietzky herausgegebenen Magazins der Weimarer Republik, bestimmt war.

Es sollte alles dafür getan werden, das Andenken an die tragische Begebenheit Sacco-Vanzetti im Bewusstsein der Menschen lebendig zu erhalten. Wir werden durch sie daran erinnert, dass auch die am vollkommensten geplanten demokratischen Institutionen um nichts besser sind als die Menschen, deren Instrumente sie sind. Es gibt keine wahre Gerechtigkeit ohne den ernsten Willen, sie zu üben, ohne Respekt und Verständnis gegenüber dem Nächsten und seiner ehrlichen Überzeugung, ohne den Mut, blinden Vorurteilen und politischen Leidenschaften zu widerstehen.

Damals war der Wille zur Gerechtigkeit noch mächtiger als jetzt, wenn er sich auch nicht hat durchsetzen können. Zu viel Schreckliches hat seither das Gewissen der Menschen abgestumpft. Darum ist der Kampf um die Menschenwürde heute besonders dringend. Sacco und Vanzetti sollen als Symbol in allen ehrlich strebenden fortleben.

Ein polnischer Journalist fragte Einstein, ob er glaube, dass das deutsche Volk zum Verständnis und zur Wertschätzung demokratischer Ideen erzogen werden könne. Einstein erwiderte (am 23. Juli 1946):

Was sich in der Menschenwelt am langsamsten ändert, sind die in einer lebendigen Gemeinschaft herrschenden Ideale und Werturteile. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass die deutschen Mentalität der Aggressivität durch erzieherische Einflüsse nicht in absehbarer Zeit geändert werden kann. Nur objektive Methoden, das heißt solche, die den Deutschen das Unternehmen neuer Angriffskriege unmöglich machen, versprechen wirksamen Schutz.

Albert Einstein: Über den Frieden; 2004 Albert Einstein Archives, Hebrew University of Jerusalem, Israel; Copyright 2004 Abraham Melzer Verlag, Neu-Isenburg. S. 434, 398.


Einblicke in die Thematik vermitteln und die Diskussionsreihe leiten wird Ernst Knöß[1]. Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Eingeladen sind alle Menschen guten Willens, die einen anregenden Sonntagmorgen genießen wollen.

Auskünfte zum Thema und zur Veranstaltung erteilt: Ernst Knöß, Schubertstraße 9, 64546 Mörfelden-Walldorf. Tel.: 06105-26578, E-mail: ernst.knoess@googlemail.com; Besuchen Sie auch unsere Webseite: www.naturfreunde-moerfelden-walldorf.de  


[1] Ernst Knöß (Diplomvolkswirt) geb. 1950 studierte Gesellschaftswissenschaften in Berlin (Schwerpunkt Philosophie). Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main. Außerdem Studien in Kernchemie (TU-Darmstadt) und der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.

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