Evolution und der Zauber der Wirklichkeit

Wir haben am 23. September 2018 das Thema Einstein abgeschlossen, obwohl es noch viel zu sagen gäbe. Sein wissenschaftliches Werk ist so immens, dass allein die allgemeine Relativitätstheorie bis heute noch nicht völlig verstanden wird und bei weitem nicht ausgeschöpft ist, wie die jüngsten Entdeckungen und Beweise für die Gravitationswellen belegen, von Erscheinungen wie „Schwarzen Löchern“ usw. gar nicht zu reden...

Womit beschäftigen wir uns weiter? Ich möchte eine Serie von Lesungen starten, mit einigen Autoren und ausgewählten Werken, zum Thema: „Evolution – der Zauber der Wirklichkeit“.

Literatur:

Verena Kast: Mythos: Traum, Realität. Wiener Vorlesungen im Rathaus Bd. 74. Picus Verlag Wien 2000. Sie analysiert die Bedeutung von Mythen und Träumen für die Bewältigung der Realität durch den einzelnen Menschen. Hinter dem zunehmenden Interesse an Mythos und Traum in der heutigen Gesellschaft, so zeigt Kast, verbergen sich das Verlangen nach Spiritualität und das Bedürfnis nach einer verständlichen Weltordnung angesichts einer fragmentierten Wirklichkeit.

Verena Kast, Lehranalytikerin und Psychotherapeutin, Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für analytische Psychologie, Präsidentin des C. G. Jung-Instituts Zürich.

Richard Dawkins: Der Zauber der Wirklichkeit. Die faszinierende Wahrheit hinter den Rätseln der Natur. Originalausgabe 2011 Titel: The Magic of Reality bei Transworld Publishers, London. Hier: Ullstein Buchverlag Berlin 2012 3. Auflage.

Richard Dawkins unter Mitarbeit von Yan Wong: Geschichten vom Ursprung des Lebens – Eine Zeitreise auf Darwins Spuren. Ullstein Verlagsgruppe Berlin 3. Auflage 2017. Originalausgabe 2004 „The Ancestor’s Tale“ bei Weidenfeld & Nicolson, London.

Die reale Welt hat einen ganz eigenen Zauber. Von Adam und Eva bis zur Traumzeit der Aborigines – Richard Dawkins erzählt die Mythen der Menschheit und erklärt die wissenschaftliche Wahrheit, die dahintersteckt. Auf den Herbst folgt der Winter, weil Hades, der Gott der Unterwelt, Persephone in sein Reich entführt hat und die blühende Natur mit ihr. In Wirklichkeit aber gibt es unterschiedliche Jahreszeiten, weil die Erdachse geneigt ist. Und die Welt entstand auch nicht, weil der indische Gott Vishnu seinen Diener Brahma ihre Erschaffung auftrug, sondern durch den Urknall. Ein faszinierendes, opulent illustriertes Buch, das Leser jeden Alters begeistert. „Das Buch zeigt uns, wie wunderbar die Welt wirklich ist.“ The Independent.

Richard Dawkins, 1941 in Nairobi geboren, ist Evolutionsbiologe. Er studierte Biologie an der Universität Oxford, wo er von 1995 bis 2008 den eigens für ihn eingerichteten Lehrstuhl für Public Understanding of Science innehatte. Sein Buch Das egoistische Gen (1978) gilt als Standardwerk der Evolutionsbiologie. Seine Streitschrift Der Gotteswahn (2007) ist international ein Bestseller. Dawkins zählt weltweit zu den einflussreichsten Intellektuellen.

Peter Wohlleben: Das geheime Leben der Bäume. Ludwig Verlag München 2015. 35. Auflage, in der Verlagsgruppe Random House GmbH.

Im Wald geschehen die erstaunlichsten Dinge: Bäume kommunizieren miteinander. Sie umsorgen nicht nur liebevoll ihren Nachwuchs, sondern pflegen auch alte und kranke Nachbarn. Bäume haben Empfindungen, Gefühle, ein Gedächtnis. Unglaublich? Aber wahr!

Der Förster Peter Wohlleben bringt Licht ins Dickicht der Wälder und gewährt überraschende Einblicke in ein geheimnisvolles Universum: In faszinierenden Geschichten über die ungeahnten Fähigkeiten der Bäume berücksichtigt er die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ebenso wie die eigenen Erfahrungen.

Stefano Mancuso, Alessandra Viola: Die Intelligenz der Pflanzen. Aus dem Italienischen von Christine Ammann, Verlag Antje Kunstmann, München, 2015.

Ohne Pflanzen die uns mit Nahrung Energie und Sauerstoff versorgen könnten wir Menschen auf der Erde nicht einmal Wochen überleben. Merkwürdig eigentlich, dass sie trotzdem lange als Lebewesen niederer Ordnung galten, knapp oberhalb der unbelebten Welt. Erst seit kurzem erkennt die Forschung, was schon Darwin vermutete: dass Pflanzen trotz ihrer (scheinbaren) Unbeweglichkeit über stupende Fähigkeiten verfügen, ja über Intelligenz. Denn außer den fünf Sinnen des Menschen besitzen sie noch mindestens 15 weitere, mit denen sie nicht nur elektromagnetische Felder erspüren und die Schwerkraft berechnen, sondern zahlreiche Chemische Stoffe ihrer Umwelt analysieren können. Mit Duftstoffen warnen sie sich vor Fressfeinden oder locken Tiere an, die sie davon befreien; über die Wurzeln bilden sie riesige Netzwerke, in denen Informationen über den Zustand der Umwelt zirkulieren. Ohne Organe können sie so über eine Form von Schwarmintelligenz Strategien entwickeln, die ihr Überleben sichern. Von wegen „vegetieren“! Ein besseres Verständnis der Intelligenz der Pflanzen könnte uns lehren, auf Pestizide zu verzichten, ja bessere Computer und Netzwerke zu entwickeln, meint der renommierte Pflanzenforscher Stefano Mancuso, der uns in diesem Buch anschaulich und voller Leidenschaft eine unbekannte Welt eröffnet.

Stefano Mancuso, Professor an der Universität von Florenz, leitet das Laboratorio Internazionale di Neurobiologia Vegetale und ist Gründungsmitglied der International Society für Plant Signaling and Behavior. Mit über 250 wissenschaftlichen Publikationen gilt er international als der Spezialist zum Thema. Er sprach 2010 auf der TED-Konferenz, nahm mit Experimenten am europäischen Space-Shuttle-Programm teil und stellt auf der Expo 2015 in Mailand ein neuartiges Pflanzenkultivierungsprojekt vor.

Alessandra Viola ist eine preisgekrönte Wissenschaftsjournalistin, die auch für RAI Fernsehprogramme entwirft.

Anne Ancelin Schützenberger: Oh, meine Ahnen! Wie das Leben unserer Vorfahren in uns wiederkehrt. Carl-Auer-Systeme Verlag Heidelberg, 3. Auflage 2003. Original – aie mes aïeux ! Desclée de Brouwer/La Méridienne 1993 Paris, hier 15. Edition 2001.

Ist es möglich, Ereignisse von unseren Ahnen zu „erben“? Wie können Therapeuten solche Generationen übergreifende Verbindungen identifizieren? In diesem Buch erklärt Anne Ancelin Schützenberger ihren einzigartigen psychogenealogischen Therapieansatz. Faszinierende Fallbeispiele und Familienstammbäume (Genosoziogramme) illustrieren, wie Klienten scheinbar irrationale Ängste, psychische und sogar körperliche Probleme überwinden können, indem sie die Parallelen zwischen ihrem eigenen Leben und dem Leben ihrer Vorfahren aufdecken und verstehen. „Das in diesem Buch zusammengefasste Lebenswerk der Autorin eröffnet unserem Verständnis von persönlichen Leiden und Krankheiten, Familien, ethnischen Gruppen und dem Schicksal von Nationen ganz neue Dimensionen und überraschende Lösungsmöglichkeiten.“ Dr. med. Albrecht Mahr, Institut für Systemaufstellungen, Würzburg.

Anne Ancelin Schützenberger ist emeritierte Professorin für Psychologie an der Universität Nizza und Mitbegründerin der internationalen Society of Group Psychotherapie. Darüber hinaus ist sie international als Trainerin für Gruppenpsychotherapie und Psychodrama bekannt. Ihr Beitrag über die Theorie der Wiederkehr des Lebens der Vorfahren in unserem Leben stieß auf großes Interesse beim Fachpublikum und in der Presse.

Daniel Kahnemann (Amos Tversky): Schnelles Denken, langsames Denken. Siedler Verlag München 2012 (hier 16. Auflage), Verlagsgruppe Random Hause GmbH. Originalausgabe „Thinking, fast and slow“. Verlag Farrer, Strauss & Giroux, New York 2011.

Wie treffen wir unsere Entscheidungen? Warum ist Zögern ein überlebensnotwendiger Reflex, und warum ist es so schwer zu wissen, was uns in der Zukunft glücklich macht? Daniel Kahnemann, Nobelpreisträger und einer der einflussreichsten Wissenschaftler unserer Zeit, zeigt anhand ebenso nachvollziehbarer wie verblüffender Beispiele, welchen mentalen Mustern wir folgen und wie wir uns gegen verhängnisvolle Fehlentscheidungen wappnen können. Seine Verhaltensökonomie liefert eine völlig andere Sichtweise darüber, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir andere Menschen oder Dinge beurteilen. Folgen wir eher der Intuition oder der Vernunft? Schnelles Denken und langsames Denken – das klingt paradox, aber so funktioniert unser Gehirn und zwar in Bruchteilen von Sekunden. Wir werden niemals immer und überall optimal handeln, wichtige Entscheidungen bleiben unsicher und fehleranfällig. Doch gibt es viele alltägliche Situationen, in denen wir die Qualität und die Folgen unseres Urteils entscheidend verbessern können. Ein Buch das unser Denken verändert.

Daniel Kahnemann, geboren 1934 in Tel Aviv, ist Professor für Psychologie an der Princeton University und einer der weltweit einflussreichsten Kognitionspsychologen. Für seine Arbeit erhielt Kahnemann zahlreiche Auszeichnungen namhafter Universitäten und wurde 2002 mit dem Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet.