Der Mythos vom Geld

Frühstücksrunde am Sonntagvormittag

Der Mythos vom Geld

"Greenbacks - echtes amerikanisches Geld"

Während die demokratische Partei und später auch die unabhängigen Parteien eine beträchtliche Anzahl von Greenback-Anhängern in ihren Reihen hatte, waren in der Republican Party kaum Befürworter dieses Systems zu finden. Benjamin F. (Franklin) Butler zählte eindeutig zu den Verfechtern des greenback. Während des Sezessionskriegs war Butler General gewesen - seine Schroffheit hatte ihm den Spitznamen "Butler the beast" (dt.: Butler das Tier) ein-gebracht. Er wurde Kongressabgeordneter für Massachusetts und ließ sich schließlich von der Demokratischen Partei als Gouverneur aufstellen.
In einer Rede vor dem Repräsentantenhaus am 1. Januar 1889 legte er die Position der Green-back-Befürworter dar. Die Währung, so sagte er, solle "einheitlich, gesund, billig, stabil und elastisch" sein. Er warnte vor den Bemühungen der Bankiers, Gesetzesänderungen herbeizu-führen, die auf die Rückzahlung von Staatsanleihen in Gold abzielten, denn dies würde die größte Wertminderung für jede Art von Besitz - abgesehen von Staatsschulden und Schulden von Privatleuten - verursachen. Jede Anleihe und jede Banknote würde möglicherweise 30% an Wert gewinnen und jeder andere Besitz in derselben Höhe an Wert verlieren.

Er griff auch all jene an, die den greenback in Gold konvertierbar machen wollten, und bestritt die Vorteile, die hiermit angeblich verbunden seien. Butler strich klar heraus, dass ihm nicht an einer Inflation gelegen war: "Lasst niemanden behaupten, mir sei an der Etablierung oder Aufrechterhaltung einer abgewerteten Währung gelegen. Ich glaube, ich habe eine Währung vorgeschlagen, die so wertvoll ist wie Gold. (...) Was ich mir wünsche, ist eine Währung, die nicht in Gold oder Silber einlösbar ist. (...) In anderen Worten: Der Wert der Währung dieses Landes, ihr Volumen, ihre Stabilität, und der Wert sämtlichen Besitzes des Landes sollen nicht länger von den Paniken, Launen, Spekulationen oder den Bedürfnissen europäischer Bankiers oder asiatischer Kaufleute abhängen. (...) Mein Vorschlag ist, den national banks jegliche Befugnis zu entziehen, Noten auszugeben, die als Geld zirkulieren, und sie das sein zu lassen, was sie auch jetzt schon sind, nämlich Depositenbanken, Kreditbanken und diskon-tierende Banken, jedoch keinen Notenbanken."

Butlers Vorschlag für ein permanentes Greenback-System: "Die Regierung soll einen ihren Steuereinnahmen entsprechenden Betrag, sagen wir 350 Millionen USD, in Form von Wert-zertifikaten in zweckmäßiger Stückelung emittieren, die von Gesetzes wegen Geld und legales Zahlungsmittel für jegliche Verbindlichkeiten sein sollen, öffentlich und privat, und auf Grund dieses Gesetzes nicht in Münzgeld einlösbar sind und die für die Zahlung sämtlicher Steuern akzeptiert werden und auch bei der Auflage von US-Staatsanleihen angenommen werden müssen."
"Unsere patriotischen Väter, die auf diesem Kontinent für sich selbst ein Staatswesen aufbau-ten, beseitigten von Beginn an sorgfältig jedes Attribut der Monarchie oder Aristokratie, (...) bis auf eines: Sie behielten - ob gut oder schlecht - die Edelmetalle (...) als den Maßstab bei, mit dem die Besitztümer und die Industrie der neuen Republik bemessen werden . (...) Wir staunen darüber, dass sie so vieles verstanden, aber sie verstanden nicht alles."

"Ich setze mich daher für nichtkonvertierbares Papiergeld ein, für den greenback, der unsere Kämpfe ausgefochten und unser Land gerettet hat. Ich setze mich hier für eine Währung ein, mit der die geschäftlichen Transaktionen von 40 Millionen Menschen sicher und erfolgreich getätigt werden können. (...) Ich setze mich für dieses Geld ein, das für ein aufgeklärtes und freies Volk ein bei weitem besseres Tauschmedium ist als Gold oder Silber - das Geld von Barbaren und Despoten." - Eine der herausragenden Reden aus der Geschichte Amerikas!"

Stephen Zarlenga "Der Mythos vom Geld" Conzett/Oesch Verlag Zürich 2008, S. 350-351.

Einblicke in die Thematik vermitteln und die Diskussionsreihe leiten wird Ernst Knöß . Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Eingeladen sind alle Menschen guten Willens, die einen anregenden Sonntagmorgen genießen wollen.

Auskünfte zum Thema und zur Veranstaltung erteilt: Ernst Knöß, Schubertstraße 9, 64546 Mörfelden-Walldorf. Tel.: 06105-26578, E-mail: ernst.knoess@googlemail.com; Besuchen Sie auch unsere Webseite: www.naturfreunde-moerfelden-walldorf.de