Albert Einstein 8

Frühstücksrunde am Sonntagvormittag

Am Sonntag, den 17. April 2016 um 10:00 Uhr im Naturfreundehaus Mörfelden-Walldorf Seminarraum 1. Etage

„“Stellen Sie sich vor, Sie würden die Erde in einem futuristischen Raumschiff mit einer Geschwindigkeit von 99,999999 Prozent der Lichtgeschwindigkeit verlassen, sechs Monate ins All vorstoßen und dann mit derselben Geschwindigkeit zur Erde zurückkehren. Sie würden danach feststellen, dass sich ihre Uhr gegenüber den irdischen Zeitmessern fast gar nicht bewegt hat. Sie wären nämlich nur um 1 Jahr älter geworden, wohingegen auf der Erde in der Zwischenzeit etwa 7.000 Jahre verstrichen sind.

Greene nennt ein weiteres, noch phantastischer klingendes Beispiel, um zu erläutern, dass es keine absolute Zeit gibt.

„Würden Sie ein Jahr lang etwa dreieinhalb Meter über dem Rand eines so genannten schwarzen Lochs mit der tausendfachen Masse unserer Sonne schweben, dann würden infolge dieses extrem starken Gravitationsfelds ihre Uhr und damit auch alle in ihnen ablaufenden Prozesse so langsam ablaufen, dass auf der Erde inzwischen über eine Million Jahre verstrichen wären. Mit Ihrer Rückkehr auf die Erde hätten Sie also eine Reise in eine unfassbar ferne Zukunft unternommen.“

Beide Beispiele liegen technisch gesehen außerhalb jeder heute realisierbaren Möglichkeit. Man könnte sie deshalb schnell als Phantasterei abtun. Tatsächlich existieren diese Effekte aber und müssen deshalb berücksichtigt werden, auch bei irdischen und ganz praktischen Anwendungen des Alltags, und zwar zum Beispiel in den uns inzwischen gut vertrauten satellitengesteuerten Navigationssystemen.

Einsteins Theorie sagt voraus, dass die Zeit in schnellbewegten Systemen langsamer verläuft. Und tatsächlich ist es so, dass die Uhren in den schnell fliegenden Satelliten in dieser Weise beeinflusst werden. Es handelt sich dabei zwar nur um Bruchteil von Sekunden, weil die Geschwindigkeit eines Satelliten gegenüber der Lichtgeschwindigkeit außerordentlich klein ist, aber der Einfluss ist nicht mehr zu vernachlässigen. Andererseits besagt Einsteins Theorie, dass auch das Gravitationsfeld die Zeit beeinflusst. Starke Felder verlangsamen die Zeit – siehe das zweite Beispiel von Greene – schwache Felder lassen Uhren schneller gehen. Das Gravitationsfeld ist in der Höhe der Satellitenbahnen tatsächlich schwächer als auf der Erde, also werden dort die Uhren im Prinzip beschleunigt. Beide Effekte wirken also in diesem Fall in entgegengesetzter Richtung. Der Zeit beschleunigende Einfluss des schwächeren Gravitationsfeldes in diesen Höhen ist aber etwa sechsmal stärker. Unsere Navigationssysteme würden um mehrere Kilometer falsche Werte liefern, wenn bei der Bestimmung der irdischen Positionen nicht beide Effekte berücksichtigt würden. Man erreicht das übrigens dadurch, dass die Taktfrequenz der Satelliten-Uhren korrigiert wird.““

Uwe Lehnert "Warum ich kein Christ sein will"; Tectum Verlag Marburg 2015; 6. erweiterte Auflage S. 53-54.

 

Einblicke in die Thematik vermitteln und die Diskussionsreihe leiten wird Ernst Knöß[1]. Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Eingeladen sind alle Menschen guten Willens, die einen anregenden Sonntagmorgen genießen wollen.

Auskünfte zum Thema und zur Veranstaltung erteilt: Ernst Knöß, Schubertstraße 9, 64546 Mörfelden-Walldorf. Tel.: 06105-26578, E-mail: ernst.knoess@googlemail.com; Besuchen Sie auch unsere Webseite: www.naturfreunde-moerfelden-walldorf.de  


[1] Ernst Knöß (Diplomvolkswirt) geb. 1950 studierte Gesellschaftswissenschaften in Berlin (Schwerpunkt Philosophie). Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main. Außerdem Studien in Kernchemie (TU-Darmstadt) und der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.