Albert Einstein 7

Frühstücksrunde am Sonntagvormittag

Am Sonntag, den 20. März 2016 um 10:00 Uhr im Naturfreundehaus Mörfelden-Walldorf Seminarraum 1. Etage

"Und noch ein Bereich ist unserer Anschauung kaum zugänglich: Die ganz großen und die ganz kleinen zeitlichen Dimensionen. Wer vermag schon mit 13,7 Milliarden Jahren als vermutlichem Alter unseres Kosmos oder mit 4,6 Milliarden Jahren für das Alter der Erde eine auch nur annähernd realistische Vorstellung zu verbinden. Eine gewisse Vorstellung von 4,6 Milliarden Jahren gewinnt man, wenn man diese Zahl zerlegt in 4.600 Jahre und den Faktor 1.000.000, also eine Million. 4.600 bzw. rund 5.000 Jahre entsprechen ungefähr der überblickbaren, durch Aufzeichnungen dokumentierten Menschheitsgeschichte, beginnend also etwa im Jahre 2.600 bis 3.000 vor unserer Zeitrechnung. Wenn wir diese für menschliche Begriffe an sich schon ungeheure Zeitspanne eine Million (!) mal ablaufen lassen würden, kämen wir erst auf einen Zeitraum, der dem Alter der Erde entspricht.

In naturgeschichtlichen Museen findet man manchmal Darstellungen der Erdgeschichte, die diese unfassbaren zeitlichen Dimensionen dadurch überschaubar und begreiflich machen, dass sie die Gesamtzeit der Erdgeschichte ins Verhältnis setzen zur Zeitspanne eines Kalenderjahres, also eine zeitliche Dimension, die uns gut vertraut ist. Die bisherige Erdgeschichte würde in diesem Vergleich am 1. Januar (Beginn der Erdgeschichte) beginnen und um Mitternacht des 31. Dezembers (das entspräche dem tatsächlichen Heute) enden.

In einer Tabelle sieht der zeitliche Vergleich - der Einfachheit wegen etwas aufgerundet - etwa so aus:

 

5000 Millionen = 5 Milliarden Jahre

= 12 Monate

420 Millionen Jahre

= 1 Monat

100 Millionen Jahre

= 1 Woche

14 Millionen Jahre

= 1 Tag

600 000 Jahre

= 1 Stunde

10 000 Jahre

= 1 Minute

160 Jahre

= 1 Sekunde

 

In diesem zeitlichen Vergleich mit einem Jahr vergehen Monate, bis die ersten Organismen auftauchen und sich im Verlauf der Evolution zu einer Vielzahl von höherentwickelten Lebewesen entfalten. Im Frühjahr etwa zeigen sich die ersten Formen von leben, aber erst Ende Dezember tauchen die Saurier auf. Und nun kommt das eigentlich kaum fassbare Ergebnis aus diesem zeitlichen Vergleich: Erst am späten Abend des 31. Dezembers erscheint der Vorläufer des Menschen, und erst knapp eine Minute vor Mitternacht beginnt die Kulturgeschichte des Menschen. Ein Menschenleben von 80 Jahren dauert in diesem Maßstab gerade mal eine halbe Sekunde."

Uwe Lehnert "Warum ich kein Christ sein will"; Tectum Verlag Marburg 2015; 6. erweiterte Auflage S. 47, 48.

 

Einblicke in die Thematik vermitteln und die Diskussionsreihe leiten wird Ernst Knöß[1]. Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Eingeladen sind alle Menschen guten Willens, die einen anregenden Sonntagmorgen genießen wollen.

Auskünfte zum Thema und zur Veranstaltung erteilt: Ernst Knöß, Schubertstraße 9, 64546 Mörfelden-Walldorf. Tel.: 06105-26578, E-mail: ernst.knoess@googlemail.com; Besuchen Sie auch unsere Webseite: www.naturfreunde-moerfelden-walldorf.de  


[1] Ernst Knöß (Diplomvolkswirt) geb. 1950 studierte Gesellschaftswissenschaften in Berlin (Schwerpunkt Philosophie). Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main. Außerdem Studien in Kernchemie (TU-Darmstadt) und der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.