Albert Einstein 6

Frühstücksrunde am Sonntagvormittag

Am Sonntag, den 6. März 2016 um 10:00 Uhr im Naturfreundehaus Mörfelden-Walldorf Seminarraum 1. Etage

""Wir werden zeigen, dass Vernunft und Erfahrung, Idee und Realität, Geist und Materie zu Unrecht und zu unserem Schaden gespalten wurden." Trotz aller noch bestehender Verständnisdefizite bezüglich der Funktionsweise des menschlichen Gehirns, insbesondere der höchsten kognitiven und emotionalen Erscheinungsformen - an einem besteht für die evolutionäre Erkenntnistheorie kaum Zweifel, dass nämlich der "Geist" nicht aus einer anderen Welt zu uns gekommen ist, sondern das derzeit vorläufige Ergebnis eines sich über ungeheure Zeiträume erstreckenden evolutionären Prozesses ist. Vorläufig ist das Ergebnis, weil die Evolution mit uns natürlich nicht beendet ist. Die für eine mögliche Weiterentwicklung erforderlichen Zeitspannen wären jedoch von der gleichen Größenordnung, wie sie bisher notwendig waren, das Ergebnis würden wir jetzt Lebenden also nicht mehr zur Kenntnis nehmen können. Es sei denn, der Mensch selbst griffe in die Entwicklung ein, wie oben angedeutet. Vorstellbar wären gezielte genetische Eingriffe oder elektronisch biologische Systeme, die als "Verstärker" die geistige Kapazität des Menschen unmittelbar steigern würden.

Welche weiteren Formen des Erspürens und Erkennens weiterer Dimensionen der Wirklichkeit dann möglich wären, darüber kann man allenfalls spekulieren, weil das gedankliche Überschreiten der uns heute gesetzten verstandesmäßigen Grenzen in uns unbekannte "geistige Räume" uns nicht gelingt. Ob wir neue Eigenschaften der Welt erkennen, neue Fähigkeiten des Gewahrwerdens der Welt erwerben würden? Ob vielleicht unserer Alltagslogik, die sich im mesokosmischen Bereich absolut bewährt hat, aber in mikrokosmischen Dimensionen - wie noch zu zeigen sein wird - versagt, eine Erweiterung im Sinne einer umfassenderen "Weltlogik" erführe?

Dass Denken, Fühlen und Bewusstsein eine quantitative und schließlich qualitative Erweiterung erfahren könnten, ist durchaus vorstellbar, ja sogar wahrscheinlich, wenn wir auf die bisher kontinuierlich stattgefundene Höherentwicklung geistiger Funktionen zurückblicken. Eine andere Möglichkeit der Weiterentwicklung ist die bewusst vorgenommene Verschaltung von bisher getrennt agierenden informationsverarbeitenden Systemen, um zu neuen Systemeigenschaften im Sinne der Lorenzschen Fulguration (bzw. Emergenz) zu gelangen. Das Potential, das in diesem wohl kreativsten Prinzip der Natur liegt, ist überhaupt nicht abzuschätzen."

Uwe Lehnert "Warum ich kein Christ sein will"; Tectum Verlag Marburg 2015; 6. erweiterte Auflage S. 37.

 

Einblicke in die Thematik vermitteln und die Diskussionsreihe leiten wird Ernst Knöß[1]. Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Eingeladen sind alle Menschen guten Willens, die einen anregenden Sonntagmorgen genießen wollen.

Auskünfte zum Thema und zur Veranstaltung erteilt: Ernst Knöß, Schubertstraße 9, 64546 Mörfelden-Walldorf. Tel.: 06105-26578, E-mail: ernst.knoess@googlemail.com; Besuchen Sie auch unsere Webseite: www.naturfreunde-moerfelden-walldorf.de  


[1] Ernst Knöß (Diplomvolkswirt) geb. 1950 studierte Gesellschaftswissenschaften in Berlin (Schwerpunkt Philosophie). Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main. Außerdem Studien in Kernchemie (TU-Darmstadt) und der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.