Albert Einstein 5

Frühstücksrunde am Sonntagvormittag

Am Sonntag, den 14. Februar 2016 um 10:00 Uhr im Naturfreundehaus Mörfelden-Walldorf Seminarraum 1. Etage

"Der Wissenschaftspublizist Hoimar von Ditfurth (1921 - 1989) macht in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass wir gedankliche Prozesse bis heute mit Bildern und Begriffen beschreiben, die der räumlichen Dimension entnommen sind:

Wir wenden eine Problem, ungeachtet seiner abstrakten Natur, noch immer hin und her, wir betrachten es von allen Seiten, um uns einen Überblick zu verschaffen, um es besser erfassen und schließlich begreifen zu können. All das sind unübersehbare Spuren, welche die geschilderte Entwicklung unserer Sprache - die ja nichts anderes ist als der Ausdruck unseres Denkens - hinterlassen hat. (Hervorhebungen im Original)

Diese sprachlichen Ausdrücke sind ganz offensichtlich weitere Hinweise darauf, dass das "Hantieren" mit vorgestellten Objekten in einem vorgestellten Raum der Ursprung allen Denkens sein dürfte.

Der Biologe, Verhaltensforscher und Philosoph Konrad Lorenz - immerhin hatte er eine Zeitlang auch den Kantschen Lehrstuhl in Königsberg inne - zeichnet alle Entwicklungsstufen des Weltbildapparats anhand konkreter Beobachtungen und Befunde an niederen, höheren und höchstentwickelten Organismen detailliert nach und belegt damit nachdrücklich, dass "der Geist nicht vom Himmel fiel". Auch wenn Lorenz auf Grund der heutigen Einsichten von Evolutionsbiologie und Hirnforschung inzwischen in manchen Punkten korrigiert worden ist, so steht doch fest: Denken und Bewusstsein sind das Ergebnis eines insgesamt Milliarden Jahren währenden ziellosen Probierens und Verwerfens in Gestalt zufällig variierender Merkmale und Verhaltensweisen, letztlich aber triumphierenden Sich-Behauptens immer "geistvollerer" Formen des Auseinandersetzens mit der Umwelt. Nicht ein angeblich planender Designer schuf diese Erkenntnis- und Informationsverarbeitungsmechanismen, wie die bibeläugigen Anhänger des so genannten "intelligent Design" behaupten, sondern in einer unaufhörlichen Folge von zufallsausgelösten Änderungen der Merkmalsanlagen und anschließenden Auseinandersetzungen mit der Realität formten sich diese artspezifischen Weltbildapparate. Und diese Information verarbeitenden Mechanismen lieferten den jeweiligen Organismen lebenserhaltende Informationen aus der Umwelt, weil sie ganz offensichtlich diese Realität soweit korrekt abbildeten, dass ein objektiv zutreffendes Abbild - wenn auch extrem zweckorientiert reduziert - erzeugt wurde."  

Uwe Lehnert "Warum ich kein Christ sein will"; Tectum Verlag Marburg 2015; 6. erweiterte Auflage S. 31, 32.

Einblicke in die Thematik vermitteln und die Diskussionsreihe leiten wird Ernst Knöß[1]. Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Eingeladen sind alle Menschen guten Willens, die einen anregenden Sonntagmorgen genießen wollen.

Auskünfte zum Thema und zur Veranstaltung erteilt: Ernst Knöß, Schubertstraße 9, 64546 Mörfelden-Walldorf. Tel.: 06105-26578, E-mail: ernst.knoess@googlemail.com; Besuchen Sie auch unsere Webseite: www.naturfreunde-moerfelden-walldorf.de  


[1] Ernst Knöß (Diplomvolkswirt) geb. 1950 studierte Gesellschaftswissenschaften in Berlin (Schwerpunkt Philosophie). Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main. Außerdem Studien in Kernchemie (TU-Darmstadt) und der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.