Albert Einstein 12

Frühstücksrunde am Sonntagvormittag

Am Sonntag, den 09. Oktober 2016 um 10:00 Uhr im Naturfreundehaus Mörfelden-Walldorf Seminarraum 1. Etag

Vorwort

Bevor der Leser mit der eigentlichen Lektüre beginnt, wird er mit Recht erwarten, dass wir ihm ein paar einfache Fragen beantworten, nämlich: In welcher Absicht ist dieses Buch geschrieben worden, und wer soll, wer kann es lesen?

Es ist aber gar nicht so einfach, das Buch mit einer klaren und einleuchtenden Erwiderung auf diese Frage einzuleiten; am Schluss darauf einzugehen, wäre viel leichter, wenn auch gänzlich überflüssig. Wir halten es daher für besser, nur darauf hinzuweisen, was dieses Buch nicht sein soll: kein Lehrbuch der Physik nämlich und auch keine systematische Einführung in elementare physikalische Gesetzmäßigkeiten und Theorien. Vielmehr war es unsere Absicht, in großen Zügen die Bemühungen des Menschengeistes um eine Aufklärung der Zusammenhänge zwischen Ideen- und Erscheinungswelt zu skizzieren. Wir haben die Kräfte vorzuführen versucht, aus deren Wirken die Wissenschaft ihre Impulse zur Ausbildung neuer Ideen bezieht, die sich mit den tatsächlichen Gegebenheiten in unserer Welt vereinbaren lassen. Dabei hatte die Darstellung jedoch einfach zu bleiben. Wir mussten uns auf dem Wege durch das Labyrinth der Tatsachen und Begriffe einer Art Durchgangsstraße bedienen, die uns das Berechnendste und Bedeutsamste zu berühren schien. Regeln und Theorien, die nicht an dieser Straße liegen, mussten wir auslassen. Schon durch die Wahl unseres großen Zieles waren wir genötigt, unter den vorhandenen Gesetzen und Ideen eine fest umrissene Auswahl zu treffen. Die Bedeutung eines bestimmten Problems darf daher nicht nach der Anzahl der darauf verwendeten Seiten bemessen werden. Manche an sich wesentlichen Gedankengänge wurden übergangen, nicht etwa, weil sie uns unwichtig erschienen wären, sondern weil sie nicht an dem von uns beschrittenen Weg liegen.

Während der Arbeit an dem Buche besprachen wir immer wieder ausführlich, wie wir uns unseren idealen Leser vorzustellen hätten und wir haben uns darüber wirklich ehrlich den Kopf zerbrochen. Wir dachten uns, er müsse das absolute Fehlen aller konkreten physikalischen und mathematischen Kenntnisse durch eine recht stattliche Zahl von Tugenden wettmachen. So soll der Leser unserer Meinung nach ein Interesse für physikalische und philosophische Gedankengänge mitbringen. Wir können aber nicht umhin, die Unverzagtheit zu bewundern, mit der er sich durch die minder fesselnden und schwierigeren Stellen durchzubeißen gedenkt. Er weiß ja, dass für das Verständnis einer bestimmten Seite ein eingehendes Studium aller vorhergehenden unerlässlich ist. Er weiß, dass man ein wissenschaftliches Buch, mag es auch populär gehalten sein, nicht wie einen Roman lesen darf.

Das Buch ist eine zwanglose Unterhaltung zwischen dem Leser und uns. Der Leser mag es langweilig oder interessant, eintönig oder packend finden; unser Ziel ist auf jeden Fall dann erreicht, wenn diese Blätter ihm einen Begriff geben von dem ewigen Ringen des schöpferischen Menschgeistes um ein tieferes Verständnis der die physikalischen Phänomene beherrschenden Gesetze.

Albert Einstein Leopold Infeld „Die Evolution der Physik“ Princeton 1936 rororo „Deutsche Ausgabe“ 1966.

 

Einblicke in die Thematik vermitteln und die Diskussionsreihe leiten wird Ernst Knöß[1]. Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Eingeladen sind alle Menschen guten Willens, die einen anregenden Sonntagmorgen genießen wollen.

Auskünfte zum Thema und zur Veranstaltung erteilt: Ernst Knöß, Schubertstraße 9, 64546 Mörfelden-Walldorf. Tel.: 06105-26578, E-mail: ernst.knoess@googlemail.com; Besuchen Sie auch unsere Webseite: www.naturfreunde-moerfelden-walldorf.de  


[1] Ernst Knöß (Diplomvolkswirt) geb. 1950 studierte Gesellschaftswissenschaften in Berlin (Schwerpunkt Philosophie). Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main. Außerdem Studien in Kernchemie (TU-Darmstadt) und der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.