Albert Einstein 10

Frühstücksrunde am Sonntagvormittag

Am Sonntag, den 19. Juni 2016 um 10:00 Uhr im Naturfreundehaus Mörfelden-Walldorf Seminarraum 1. Etage

Es wurde oben schon angedeutet, dass im Rahmen der Quantentheorie eine genaue Voraussage für das Verhalten eines Quantenobjekts nicht möglich ist, lediglich Wahrscheinlichkeitsaussagen sind möglich. Wir kommen daher zu einer weiteren fundamentalen Erkenntnis der Quantentheorie, die mit unserem bisherigen Weltbild nicht verträglich ist. So ist es nicht möglich, gleichzeitig den Ort und die Geschwindigkeit eines Elementarteilchens, zum Beispiel eines Protons, exakt zu messen. Das hängt damit zusammen, dass Quantenobjekte keine punktförmigen, sondern „verteilte“ oder „verschmierte“ Objekte sind. Das heißt, wenn solche Objekte verschwommene Eigenschaften haben, dann lässt sich auch nichts Präzises an ihnen bestimmen. So präsentiert sich zum Beispiel ein Elektron nicht als klassisches Teilchen mit exakt definiertem Ort, sondern je nach experimenteller Situation als Schale um einen Atomkern oder als Kondensspur in einer Nebelkammer.

Der Physiker, Philosoph und Nobelpreisträger Werner Heisenberg formulierte 1927 diese fundamentale Einsicht der Quantentheorie als sogenannte Unschärferelation. Danach können Ort und Impuls (= Masse mal Geschwindigkeit) eines Quantenobjekts nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmt werden. Andere Autoren wie Silvia Arroyo Camejo (*1986) formulieren noch grundsätzlicher:

„…dass diese Wissensgrenze nicht aufgrund von technisch bedingten Messungenauigkeiten oder unpräzisen Messinstrumenten entsteht, sondern eine definitive Eigenschaft der Materie im Mikrokosmos darstellt. Ein Quantenobjekt hat an sich nun einmal keinen bestimmten Aufenthaltsort bzw. keinen bestimmten Impuls.“

Der Physiker Harald Fritzsch (*1943) kommentiert den Sachverhalt so:

„Die Unschärfen der Quantenphysik bewirken letztlich, das keine eindeutigen Voraussagen möglich sind. Man kann nur entsprechende Wahrscheinlichkeiten angeben. Damit beschreibt die Quantenphysik eine offene Welt, in der Zufall und Notwendigkeit gleichzeitig wirken und in der eine Evolution möglich ist, im Gegensatz zur sterilen Welt er klassischen Mechanik.“

Uwe Lehnert "Warum ich kein Christ sein will"; Tectum Verlag Marburg 2015; 6. erweiterte Auflage S. 85 - 86.

 

Einblicke in die Thematik vermitteln und die Diskussionsreihe leiten wird Ernst Knöß[1]. Die weiteren Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Eingeladen sind alle Menschen guten Willens, die einen anregenden Sonntagmorgen genießen wollen.

Auskünfte zum Thema und zur Veranstaltung erteilt: Ernst Knöß, Schubertstraße 9, 64546 Mörfelden-Walldorf. Tel.: 06105-26578, E-mail: ernst.knoess@googlemail.com; Besuchen Sie auch unsere Webseite: www.naturfreunde-moerfelden-walldorf.de  


[1] Ernst Knöß (Diplomvolkswirt) geb. 1950 studierte Gesellschaftswissenschaften in Berlin (Schwerpunkt Philosophie). Volkswirtschaftslehre in Frankfurt am Main. Außerdem Studien in Kernchemie (TU-Darmstadt) und der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.